14.07.2017

“Wladimir Putin und Donald Trump werden noch Freunde”

Moskau bietet eine zweite Form von Gebetsfrühstück

M o s k a u – Am 18. Mai fand im monumentalen Moskauer “Ukraine Radisson Royal Hotel” eine alternative Form von Gebetsfrühstück statt. Die 200+ Teilnehmer stammten aus 14 Ländern und – laut Veranstalter – „allen Ecken Rußlands“. Bekannt in Rußland unter dem Namen „Geschäftliches Jugendgebetsfrühstück“, wird es vor allem von den rund Dutzend russischen Politikern und Geschäftsleuten unterstützt, die jährlich das Nationale Gebetsfrühstück in Washington aufsuchen. Ein leitender Russe bei der Organisation des Ereignisses war der Geschäftsmann Wladislaw Straschenko (geb. 1974). Straschenko ist Schwiegersohn des Evangeliumschristlichen Bischofs und „Oligarchs zweiten Ranges“ Alexander Semtschenko.

Im Gegensatz zum ursprünglichen Gebetsfrühstück, das sich seit 1995 in Moskau versammelt, befaßt sich diese neue Organisation stärker mit der Jugend und mit Laien. Nicht alle jugendlichen Teilnehmer waren überzeugte Christen; die überragenden Themen betrafen die Geschäftswelt und den Sport. Dabei tut sich eine gewisse Konferenz zwischen beiden Moskauer Gebetsfrühstücken auf: Die Umgehung der üblichen protestantischen Kanäle fand wenig Gefallen bei den christlichen Leitern, die sich am alten Gebetsfrühstück beteiligen. Doch Alexander Torschin von der „Einiges Rußland“-Partei des Wladimir Putin, der sich seit Jahren mit dem ersten Gebetsfrühstück befaßt, ist auch am neuen Frühstück beteiligt.

Das Gespräch bei diesem Frühstück drehte sich um die These, daß Spiritualität und geschäftliche Ziele keine Gegensätze seien. Ein Gastredner des Tages, Sergei Glasyjew, ein Berater Putins, machte klar, daß er kein Sozialist sei: „Die heutigen Ausmaße an Verstaatlichung sind eine negative Erscheinung. Sie gehen mit einem verstärkt bürokratischen Druck auf die Wirtschaft einher. Diese Tendenz wird von den mächtigen staatlichen Konzernen gemeinsam mit den staatlichen Banken begünstigt“ und verhindert wirtschaftliches Wachstum.

An anderer Stelle sagte Doug Burleigh from Washingtoner Gebetsfrühstück voraus, daß „bald ein Durchbruch in den Beziehungen zwischen Rußland und den USA stattfinden wird. Die größtmögliche Hoffnung für Rußland und die USA besteht in einer Freundschaft zwischen den beiden Nationen. Ich bin der Auffassung, daß Wladimir Putin und Donald Trump noch Freunde sein werden.“

Das ursprüngliche Gebetsfrühstück findet seit 1995 in Rußland statt; diese lose aufgebaute Organisation ist in mehr als 60 Ländern vertreten.

Dr. phil. William Yoder
Smolensk, den 14. Juli 2017
“kant50(at)web.de”

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